Förderberatung finden: So wählen Sie den richtigen Energieberater und Kreditpartner für Ihre Sanierung

Förderberatung finden: So wählen Sie den richtigen Energieberater und Kreditpartner für Ihre Sanierung

Warum Sie eine Förderberatung brauchen - und warum viele sie verpassen

Stellen Sie sich vor, Sie wollen Ihre alte Heizung austauschen, die Dämmung verbessern und die Fenster erneuern. Sie rechnen mit 50.000 Euro Kosten. Dann hören Sie: Förderberatung kann bis zu 50 Prozent davon übernehmen. Klingt gut? Dann fragen Sie sich: Warum machen das nur 42 Prozent der Hausbesitzer? Weil die meisten nicht wissen, wo sie anfangen. Oder sie denken, sie können das allein. Doch laut der BAFA-Auswertung 2023 scheitern 85 Prozent der Anträge an formalen Fehlern - und das, obwohl das Geld da ist. Die Lösung? Ein zertifizierter Energieberater, der den Weg mit Ihnen geht. Und ein Kreditinstitut, das die Förderung mit einem günstigen Darlehen verknüpft.

Was genau ist Förderberatung - und wie funktioniert sie?

Förderberatung ist kein allgemeiner Rat. Es ist ein offizieller Prozess, der von der Bundesregierung gesteuert wird. Seit Januar 2021 gilt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Sie hat zwei Hauptpfeiler: BAFA und KfW. BAFA zahlt Zuschüsse, KfW gibt Kredite. Beide zusammen können bis zu 87 Prozent Ihrer Sanierungskosten decken - aber nur, wenn alles richtig läuft.

Der erste Schritt ist immer die Beratung. Sie müssen einen Energieberater beauftragen, der in der Dena-Liste steht. Das sind aktuell 8.542 zertifizierte Experten in Deutschland. Der Berater erstellt einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Darin steht genau: Was lohnt sich, in welcher Reihenfolge, und wie viel kostet es. Dieser Plan ist Ihr Schlüssel zur Förderung. Ohne ihn gibt es kein Geld.

Die Förderung für diesen Plan ist hoch: Bis zu 80 Prozent des Honorars, maximal 1.300 Euro für ein Einfamilienhaus. Das bedeutet: Wenn der Berater 1.600 Euro verlangt, zahlt BAFA 1.300 Euro - Sie nur 300. Und das ist nur der Anfang. Mit diesem iSFP können Sie später Zuschüsse für Heizung, Dämmung oder Fenster beantragen. Die meisten Hausbesitzer unterschätzen das: Die Beratung ist nicht eine Kostenstelle, sondern die Investition, die alles andere möglich macht.

Wie finden Sie den richtigen Energieberater?

Nicht jeder, der "Energieberater" sagt, ist auch einer. Nur die, die in der Dena-Liste stehen, dürfen die Förderung beantragen. Die Liste finden Sie auf den Webseiten der Deutschen Energieagentur. Geben Sie Ihre Postleitzahl ein - und Sie bekommen eine Liste mit Experten in Ihrer Region. Aber Vorsicht: Die Liste sagt nichts über Qualität aus. Einige sind schnell, andere gründlich. Einige verkaufen nur Sanierungen, andere beraten neutral.

Frage Sie bei drei Beratern nach:

  • Wie viele iSFP haben Sie im letzten Jahr erstellt?
  • Welche Förderprogramme haben Sie für Ihre Kunden erfolgreich kombiniert?
  • Können Sie mir Referenzen von Hausbesitzern zeigen, die mit Ihnen gearbeitet haben?

Ein guter Berater sagt nicht: "Wir machen das für Sie." Sondern: "Ich zeige Ihnen, wie Sie die Förderung nutzen, und warum diese Maßnahme für Ihr Haus die beste ist." Er fragt nach Ihrem Haushaltseinkommen, Ihrer Heizlast, Ihrem Dachaufbau - nicht nur nach Ihrem Budget. Wer nur ein Paket verkaufen will, ist kein Partner - er ist ein Verkäufer.

Und: Planen Sie früh. Die Bearbeitungszeit für die BAFA-Förderung beträgt im Schnitt 14 Wochen. Wenn Sie im März mit der Beratung beginnen, bekommen Sie den Bescheid erst im Juni. Dann können Sie erst im Juli mit der Sanierung starten. Viele versuchen, das zu beschleunigen - und scheitern. Die Zeit ist Ihr Verbündeter. Nicht Ihr Feind.

Energieberater zeigt Wärmebild einer Hausfassade einer Hausbesitzerin.

Wie verknüpfen Sie Energieberatung mit Kreditinstituten?

Die Förderung ist nur die halbe Miete. Die andere Hälfte kommt vom Kredit. Und hier kommt die KfW ins Spiel. Die KfW-Bank bietet den Ergänzungskredit für Gesamtsanierungen. Das ist kein normaler Kredit. Es ist ein Zinsgünstigdarlehen mit Tilgungszuschuss. Das bedeutet: Sie zahlen weniger Zinsen - und manchmal sogar weniger zurück.

Maximal können Sie 120.000 Euro pro Wohneinheit leihen. Und wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen unter 90.000 Euro liegt, bekommen Sie für die ersten 10 Jahre eine Zinsverbilligung. Das ist kein theoretisches Angebot. Das ist Realität - und es funktioniert. Laut Bulwiengesa nutzen 42 Prozent der Sanierer diesen Kredit zusammen mit der BAFA-Förderung. Aber: Sie können den KfW-Kredit nicht direkt bei der KfW beantragen. Sie brauchen Ihre Hausbank.

Das ist der entscheidende Punkt: Ihr Energieberater erstellt den iSFP. Dann gehen Sie mit diesem Plan zu Ihrer Bank. Die Bank prüft ihn - und beantragt dann für Sie den KfW-Kredit. Aber nicht jede Bank macht das. Einige haben keine Erfahrung mit KfW. Andere verlangen zusätzliche Sicherheiten. Fragen Sie also vorher: "Können Sie den KfW-Ergänzungskredit für eine BEG-Gesamtsanierung vermitteln?" Wenn die Antwort "Nein, das machen wir nicht" lautet, wechseln Sie die Bank. Es gibt genug, die das können.

Ein guter Tipp: Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrer Bank, bevor Sie den Berater beauftragen. Fragen Sie: "Was brauche ich, damit Ihr Hausbank den KfW-Kredit bewilligt?" Dann sagen Sie dem Energieberater: "Ich brauche einen Plan, den meine Bank akzeptiert." So vermeiden Sie Doppelarbeit und unnötige Wartezeiten.

Was passiert, wenn Sie die Schritte verwechseln?

Die häufigste Falle: Sie beauftragen einen Handwerker - und erst dann suchen Sie einen Berater. Das ist ein Fehler. Die Förderung ist nur möglich, wenn die Beratung vor dem ersten Baustein stattfindet. Wenn Sie die Heizung schon bestellt haben, ist die Förderung für die Beratung weg. Und wenn Sie den KfW-Kredit beantragen, bevor der iSFP steht, wird er abgelehnt.

Die korrekte Reihenfolge ist:

  1. Suchen Sie einen Dena-zertifizierten Energieberater.
  2. Beantragen Sie die Beratungsförderung bei BAFA (vor der Beratung!).
  3. Lassen Sie sich den iSFP erstellen - mit TPB-ID.
  4. Geht mit dem iSFP zu Ihrer Bank und beantragen den KfW-Ergänzungskredit.
  5. Erst jetzt beauftragen Sie die Handwerker.
  6. Reichen Sie die Abrechnung bei BAFA und KfW ein - mit Belegen.

Ein Fehler in dieser Abfolge - und Sie verlieren bis zu 40.000 Euro. Das ist kein Risiko, das Sie eingehen sollten. Die Regeln sind streng - aber klar. Und sie sind da, um Sie zu schützen. Nicht um Sie zu ärgern.

Visueller Pfad zur Förderung: Schritte von Beratung bis Abrechnung mit goldenem Licht.

Was kostet es wirklich - und wie viel bekommen Sie zurück?

Ein typischer Sanierungsfall: Ein Einfamilienhaus aus den 80ern. Dämmung der Außenwände, neue Fenster, Luft-Wasser-Wärmepumpe. Kosten: 65.000 Euro.

Die Förderung:

  • BAFA-Zuschuss für Beratung (iSFP): 1.300 Euro (80 Prozent von 1.625 Euro)
  • BAFA-Zuschuss für Wärmepumpe: 30 Prozent von 22.000 Euro = 6.600 Euro
  • BAFA-Zuschuss für Dämmung: 20 Prozent von 18.000 Euro = 3.600 Euro
  • KfW-Ergänzungskredit: 40.000 Euro zu 1,5 Prozent Zinsen (mit Tilgungszuschuss)

Summe der Zuschüsse: 11.500 Euro. Kredit: 40.000 Euro. Ihre Eigenmittel: 13.500 Euro. Das ist ein Verhältnis von 70 Prozent Förderung, 30 Prozent Eigenkapital. Ohne Förderung wären es 65.000 Euro Eigenkapital. Das ist der Unterschied zwischen "kann ich mir nicht leisten" und "das schaffe ich".

Und das ist kein Einzelfall. Die BAFA hat im Jahr 2023 427.815 Förderanträge genehmigt. Das ist ein Anstieg von fast 19 Prozent gegenüber 2022. Die Leute lernen: Förderung ist kein Bonus - sie ist der Standard.

Was Sie jetzt tun müssen - Schritt für Schritt

Sie haben jetzt alles, was Sie brauchen. Hier ist Ihr konkreter Fahrplan:

  1. Gehen Sie auf energie-effizienz-experten.de und suchen Sie drei Energieberater in Ihrer Region.
  2. Telefonieren Sie mit jedem. Fragen Sie nach Erfahrungen mit KfW-Krediten und der Bearbeitungszeit.
  3. Wählen Sie einen - und vereinbaren Sie einen Termin. Sagen Sie: "Ich möchte die BAFA-Förderung beantragen. Ich brauche den iSFP, um später KfW-Kredit zu bekommen."
  4. Bevor der Berater loslegt, stellen Sie den BAFA-Antrag online über das Portal des BAFA.
  5. Warten Sie auf die Zusage. Das dauert 4-6 Wochen.
  6. Nach der Beratung: Holen Sie den iSFP mit TPB-ID.
  7. Geht zu Ihrer Hausbank und sagen Sie: "Ich habe den iSFP. Ich möchte den KfW-Ergänzungskredit beantragen."
  8. Wenn die Bank sagt "Nein": Wechseln Sie die Bank. Es gibt andere.
  9. Erst jetzt bestellen Sie die Handwerker - und halten Sie alle Rechnungen.
  10. Ein Jahr nach Abschluss: Reichen Sie die Abrechnung ein. BAFA und KfW zahlen.

Das ist nicht schwer. Es ist nur anders, als man denkt. Sie brauchen keine Expertenkenntnisse. Sie brauchen nur die richtigen Schritte - und jemanden, der sie mit Ihnen geht.

Was kommt als Nächstes - und warum Sie nicht warten sollten

Ab Juli 2024 wird die Förderung für Heizungsoptimierungen um 5 Prozentpunkte erhöht. Die KfW startet bis Ende 2024 einen digitalen Antragsassistenten - das wird die Prozesse einfacher machen. Aber: Die Nachfrage steigt. Die Zahl der zertifizierten Energieberater ist mit 8.542 zu niedrig. Bis 2026 brauchen wir 15.000. Die Wartezeiten werden länger. Die Fördergelder sind begrenzt. Wer jetzt startet, hat den besten Platz in der Schlange.

Und wenn Sie jetzt nicht handeln, zahlen Sie nicht nur mehr für Ihre Heizung - Sie verpassen auch die Chance, Ihr Haus wertvoller zu machen. Eine sanierte Immobilie verkauft sich schneller. Und für mehr Geld. Das ist kein Mythos. Das ist der Markt. Und er verändert sich. Sie können mitgehen - oder hinterherlaufen.

Kann ich die Förderberatung auch für ein Mietobjekt nutzen?

Ja, aber nur, wenn Sie als Eigentümer die Sanierung vornehmen. Mieter können die Förderung nicht direkt beantragen. Der Vermieter muss den Antrag stellen. Allerdings kann er die Kosten auf die Miete umlegen - wenn die Maßnahme die Energiekosten senkt. Viele Vermieter nutzen das, weil sie dann auch die Immobilie aufwerten.

Was passiert, wenn ich die Sanierung nicht innerhalb von 24 Monaten mache?

Dann verfällt der Förderbescheid. Sie müssen den Antrag neu stellen - und das bedeutet: Neuer iSFP, neue Prüfung, neue Wartezeit. Die Förderung ist nicht automatisch verlängerbar. Deshalb ist es wichtig, den Zeitplan realistisch zu planen - und nicht zu lange zu warten, bis Sie loslegen.

Kann ich BAFA und KfW auch kombinieren, wenn ich schon eine Heizung habe?

Ja, aber nur, wenn die neue Heizung die alte ersetzt und die Maßnahme im iSFP steht. Sie können nicht einfach eine neue Heizung einbauen und dann Förderung für die alte beantragen. Die Förderung gilt nur für Maßnahmen, die tatsächlich die Energieeffizienz verbessern - und die müssen im Sanierungsfahrplan dokumentiert sein.

Ist die Förderung auch für Neubauten verfügbar?

Nein. Die BAFA-Förderung für Energieberatung gilt nur für bestehende Gebäude. Für Neubauten gibt es andere Programme - etwa die KfW-Effizienzhaus-Standardförderung. Aber die Beratung für Neubauten ist nicht förderfähig. Sie brauchen dann einen Energieberater für die Bauplanung - aber nicht für BAFA-Zuschüsse.

Wie lange dauert es, bis das Geld auf dem Konto ist?

Für die Beratungsförderung: 4-6 Wochen nach Einreichung des Antrags. Für die Sanierungsmaßnahmen: 6-10 Wochen nach Einreichung der Abrechnung. Der KfW-Kredit wird meist innerhalb von 2-4 Wochen nach Genehmigung ausgezahlt - aber nur, wenn alle Unterlagen vollständig sind. Warten Sie nicht auf das Geld, bevor Sie mit der Arbeit beginnen. Planen Sie mit Eigenkapital - und holen Sie sich die Förderung später.

1 Kommentare

  • Astrid Gutierrez Jimenez
    Astrid Gutierrez Jimenez

    Ich hab das letzte Jahr auch gemacht - und ja, die 14 Wochen Wartezeit sind echt arschlang. Aber ich hab mir gesagt: Wenn ich jetzt nicht anfange, werd ich in 5 Jahren noch mehr zahlen. Der Berater hat mir sogar die Unterlagen für die KfW vorbereitet. War nicht teuer, nur 300 Euro Eigenanteil. Und jetzt sitz ich hier mit einer Wärmepumpe, die weniger Strom frisst als mein altes Handy-Ladegerät. 🤷‍♀️

Schreibe einen Kommentar