Wenn du als Vermieter eine Wohnung vermietest, geht es nicht nur um die Miete. Die Mietkaution und die Nebenkostenabrechnung sind zwei der kompliziertesten, aber auch wichtigsten Pflichten, die du hast. Viele Vermieter unterschätzen, wie viel Zeit, Rechtswissen und Organisation hier nötig ist. Und wer es falsch macht, riskiert Streit mit Mietern, Geldstrafen oder sogar Klagen.
Wie hoch darf die Mietkaution sein?
Die Gesetze in Deutschland sagen klar: Du darfst maximal dreifache Kaltmiete als Kaution verlangen. Das bedeutet: Wenn die Kaltmiete 700 Euro beträgt, darfst du höchstens 2.100 Euro Kaution verlangen. Das ist in § 551 Abs. 1 BGB festgelegt. Wichtig: Das ist nur die Kaltmiete. Nebenkostenvorauszahlungen zählen nicht dazu. Viele Vermieter machen den Fehler und rechnen die Vorauszahlungen mit ein - das ist rechtswidrig.Du kannst die Kaution auch als Barkaution verlangen, aber du musst sie auf einem gesonderten, verzinsten Konto ablegen. Das ist Pflicht. Kein gemeinsames Konto mit deinem Privatvermögen. Keine Ausnahme. Das Bundesgerichtshof hat das mehrfach bestätigt. Die Verzinsung ist niedrig - aktuell 0,125 Prozent pro Jahr - aber du musst sie zahlen. Wenn du die Kaution nicht richtig anlegst, kann der Mieter die Rückzahlung verlangen - ohne Abzug für Schäden.
Alternativ kannst du auch eine Mietkautionsversicherung akzeptieren. Die kostet den Mieter etwa 105 Euro pro Jahr bei einer Kaution von 2.400 Euro. Das ist für viele Mieter einfacher, weil sie nicht das ganze Geld auf einmal aufbringen müssen. Für dich als Vermieter ist das auch praktisch: Die Versicherung zahlt direkt, wenn du Ansprüche geltend machst. Kein Hin und Her mit dem Mieter.
Wann musst du die Kaution zurückzahlen?
Die Kaution musst du spätestens sechs Monate nach Ende des Mietverhältnisses zurückzahlen. Das hat das Amtsgericht Hamburg schon 1996 klargestellt - und bis heute gilt das. Viele Vermieter warten auf die Nebenkostenabrechnung, bevor sie die Kaution zurückgeben. Das ist verständlich, aber nicht immer erlaubt.Der Bundesgerichtshof hat 2023 entschieden: Du darfst die Kaution nicht für erwartete Nachzahlungen einbehalten, wenn die Vorjahresabrechnungen immer zu Guthaben geführt haben. Wenn der Mieter in den letzten drei Jahren jedes Jahr 200 Euro Guthaben hatte, kannst du nicht einfach sagen: „Ich nehme die Kaution, weil ich vermute, dass es dieses Jahr wieder Nachzahlung gibt.“ Das ist kein Grund. Du musst erst die Abrechnung vorlegen - und nur den tatsächlichen Betrag einbehalten.
Praktischer Tipp: Wenn du die Kaution zurückzahlen willst, aber die Abrechnung noch nicht fertig ist, dann zahle den Teil zurück, den du nicht in Anspruch nimmst. Sag dem Mieter klar: „Ich behalte 400 Euro für die noch ausstehende Abrechnung, den Rest überweise ich jetzt.“ Das vermeidet Streit und zeigt, dass du fair bist.
Was gehört zu den Nebenkosten?
Nebenkosten sind nicht einfach „alle Kosten neben der Miete“. Es gibt eine genaue Liste: die Betriebskostenverordnung (BetrKV). Darin sind 32 Positionen aufgelistet, von denen du nur die zulässigen auf den Mieter umlegen darfst. Typisch sind: Heizung, Warmwasser, Grundsteuer, Müllabfuhr, Hausreinigung, Gartenpflege, Aufzug, Hausversicherung, Wasser, Abwasser, Straßenreinigung, Gemeinschaftsantenne, Hausmeister.Die meisten Vermieter rechnen 15 bis 20 dieser Positionen ab. Heizkosten machen durchschnittlich 35 Prozent aus, Warmwasser 20 Prozent, Grundsteuer 10 Prozent. Das sind die drei größten Posten. Wenn du etwas anderes in die Abrechnung schreibst - etwa Reparaturen an der Küche oder neue Fenster - dann ist das nicht erlaubt. Das sind Instandhaltungskosten, die du als Vermieter selbst trägst.
Ein häufiger Fehler: Vermieter verwechseln Instandhaltung mit Betriebskosten. Wenn die Heizung kaputt geht, musst du sie reparieren - das ist nicht umlagefähig. Wenn die Heizkosten steigen, weil du mehr Gas verbrauchst - das darfst du umlegen. Der Unterschied ist subtil, aber entscheidend.
Wann musst du die Nebenkostenabrechnung machen?
Du hast zwölf Monate Zeit, nach Ende der Abrechnungsperiode die Nebenkostenabrechnung zu erstellen. Wenn die Periode am 31. Dezember 2024 endet, musst du die Abrechnung bis zum 31. Dezember 2025 fertig haben. Wenn du zu spät bist, verlierst du das Recht, Nachzahlungen zu verlangen. Das ist ein großer Fehler, den viele machen - besonders bei kurzfristigen Mietern oder wenn du selbst verwaltest.Die Abrechnung muss detailliert sein. Nicht nur „Heizkosten: 1.200 Euro“. Du musst aufschlüsseln: Wie viel war für Heizung, wie viel für Warmwasser, wie viel für die Grundsteuer. Und du musst die Vorjahreswerte zeigen. So kann der Mieter sehen, ob sich die Kosten verändert haben. Das vermeidet Streit. Der Deutsche Mieterbund sagt: 30 Prozent aller Mieterbeschwerden kommen wegen unklarer Nebenkostenabrechnungen.
Professionelle Software wie DATEV oder Mietrecht24 kann dir helfen. Sie berechnet automatisch, zeigt Vergleiche an, erstellt die Formulare. Ohne Software dauert eine Abrechnung 8 bis 10 Stunden. Mit Software nur 3 bis 4 Stunden. Wenn du mehr als 10 Wohnungen hast, lohnt sich das. Eine professionelle Hausverwaltung kostet 15 bis 20 Euro pro Wohnung und Monat - aber sie macht alles richtig. Und sie vermeidet Klagen.
Wie du Streit vermeidest
Streit um Kaution und Nebenkosten ist die häufigste Ursache für Mieterbeschwerden. Die meisten Probleme entstehen nicht, weil du unrecht hast, sondern weil du unklar kommunizierst.Das sind die drei wichtigsten Regeln:
- Sei transparent. Gib den Mietern die Abrechnung früh, mit Erklärungen. Zeige Vergleiche zum Vorjahr. Sag, warum die Kosten gestiegen sind.
- Sei fair. Wenn der Mieter in den letzten Jahren immer Guthaben hatte, dann zahle den Teil der Kaution zurück, den du nicht brauchst - auch wenn die Abrechnung noch nicht fertig ist.
- Sei pünktlich. Keine Verzögerung. Die Kaution muss innerhalb von sechs Monaten zurück. Die Abrechnung innerhalb von zwölf Monaten. Wenn du zu spät bist, verlierst du.
Ein Beispiel: Ein Mieter zieht aus. Du hast noch keine Abrechnung. In den letzten drei Jahren hatte er jedes Mal 180 Euro Guthaben. Du rechnest mit 200 Euro Nachzahlung. Aber du hast keine Beweise. Dann: Zahle die Kaution bis auf 200 Euro zurück. Schreibe: „Ich behalte 200 Euro für die noch ausstehende Abrechnung. Sobald diese vorliegt, gebe ich den Rest zurück oder erstatten Ihnen ggf. mehr.“ So bleibt der Mieter zufrieden - und du bist rechtssicher.
Was sich 2025 ändert
Die Bundesregierung plant bis 2025 eine neue Regelung: Die Nebenkostenabrechnung muss digital erfolgen. Ein standardisiertes Formular wird eingeführt. Das wird die Arbeit einfacher machen - aber auch strenger. Wer heute noch per Excel oder handschriftlich abrechnet, wird später Probleme bekommen.Außerdem wird die Energiekrise weiter wirken. Die Heizkosten steigen weiter. Der Deutsche Mieterbund prognostiziert für 2024 eine durchschnittliche Nachzahlung von 18 Prozent. Das bedeutet: Viele Mieter werden höhere Beträge zahlen müssen. Wenn du das nicht klar kommunizierst, wirst du viele Beschwerden bekommen.
Langfristig wird sich die Struktur der Nebenkosten verändern. Bis 2030 könnte der Anteil der Heizkosten von 35 Prozent auf 25 Prozent sinken - weil mehr Wohnungen mit Wärmepumpen oder Solaranlagen versorgt werden. Das bedeutet: Du musst dich auf neue Kostenstrukturen einstellen. Die Betriebskostenverordnung wird sich anpassen.
Fazit: Klare Regeln, klare Abläufe
Als Vermieter bist du kein Bankangestellter - aber du musst wie einer arbeiten. Die Mietkaution und die Nebenkostenabrechnung sind keine Nebensächlichkeiten. Sie sind zentrale Elemente deiner Vermietung. Wer sie richtig macht, hat weniger Streit, weniger Zeitverlust und mehr Vertrauen von Mietern.Was du brauchst: Ein separates Kautionskonto, eine klare Abrechnungsstruktur, pünktliche Kommunikation und - wenn du mehr als fünf Wohnungen hast - professionelle Unterstützung. Die Kosten dafür sind gering im Vergleich zu den Risiken, die du vermeidest.
Die Gesetze sind nicht schwer. Sie sind nur genau. Und wenn du sie einhältst, dann ist deine Vermietung nicht nur rechtssicher - sie ist auch menschlich.
Darf ich die Mietkaution für Reparaturen einbehalten?
Nein. Reparaturen an der Wohnung - wie defekte Heizung, undichte Dachrinnen oder kaputte Fenster - sind Instandhaltungskosten. Diese trägst du als Vermieter. Du darfst die Kaution nur für Schäden einbehalten, die der Mieter vorsätzlich oder fahrlässig verursacht hat - zum Beispiel beschädigte Fußböden, Löcher in den Wänden oder kaputte Armaturen durch unsachgemäße Nutzung. Eine defekte Heizung, die durch Alter oder Verschleiß kaputtgegangen ist, ist nicht deine Kaution.
Was passiert, wenn ich die Nebenkostenabrechnung nicht innerhalb von 12 Monaten mache?
Du verlierst das Recht, Nachzahlungen zu verlangen. Selbst wenn der Mieter wirklich mehr Schulden hat, kannst du sie nicht mehr einklagen. Der Mieter kann dir sogar Rückzahlungen für zu viel gezahlte Betriebskosten verlangen - und das geht bis zu drei Jahre zurück. Das ist ein großer finanzieller Fehler. Setz dir einen Erinnerungstermin - z.B. drei Monate nach Ende der Abrechnungsperiode - und halte dich daran.
Kann ich die Kaution in bar verlangen?
Ja, du kannst die Kaution in bar verlangen. Aber du musst sie auf ein gesondertes, verzinstes Kautionskonto einzahlen - nicht auf dein privates Konto. Wenn du das nicht tust, kann der Mieter die Kaution zurückverlangen - und du verlierst den Anspruch auf Schadensersatz. Die Kaution ist kein Geld, das du nutzen darfst. Sie ist eine Sicherheit - und muss sicher aufbewahrt werden.
Muss ich den Mieter über die Verzinsung der Kaution informieren?
Ja. Du musst dem Mieter schriftlich mitteilen, auf welchem Konto die Kaution liegt und welcher Zinssatz gilt. Das ist keine Formsache - es ist eine Pflicht. Wenn du das nicht tust, kann der Mieter die Verzinsung nachträglich verlangen - und zwar rückwirkend für die gesamte Mietdauer. Das kann schnell mehrere hundert Euro ausmachen. Schicke ihm eine E-Mail oder einen Brief mit den Kontodaten und dem Zinssatz - und bewahre den Nachweis auf.
Wie lange darf ich die Kaution einbehalten, wenn der Mieter nicht bezahlt hat?
Du darfst die Kaution nur so lange einbehalten, wie du einen tatsächlichen Anspruch hast - und nur in Höhe dieses Anspruchs. Wenn der Mieter 500 Euro Nebenkostennachzahlung schuldet, darfst du nur 500 Euro einbehalten. Den Rest musst du zurückzahlen. Wenn du die gesamte Kaution einbehältst, obwohl nur ein kleiner Betrag fällig ist, handelst du rechtswidrig. Der Mieter kann dich auf Zahlung verklagen - und du musst eventuell auch Schadensersatz zahlen.
Kann ich die Kaution für ausstehende Miete einbehalten?
Ja. Die Kaution dient auch als Sicherheit für ausstehende Mietzahlungen. Wenn der Mieter drei Monate Miete nicht gezahlt hat, darfst du die Kaution nutzen, um diese Forderung zu decken. Aber: Du musst den Mieter schriftlich auffordern, die Miete zu zahlen - und ihm eine Frist setzen. Erst danach darfst du die Kaution einbehalten. Und auch hier: Nur den tatsächlichen Betrag. Nicht mehr. Nicht weniger.
Philipp Holz
Also ich hab schon Vermieter erlebt, die die Kaution auf ihr privates Konto geschmissen haben und dann behauptet haben, sie wüssten gar nicht, dass das illegal ist. Ja, klar. Du bist kein Banker, aber du bist auch kein Idiot. Wenn du deine Wohnung vermietest, musst du dich ein bisschen um die Gesetze kümmern. Sonst bist du der Typ, der am Ende vom Mieterbund öffentlich als Beispiel herhalten muss. Und das willst du nicht. Echt nicht.
Und dann diese Leute, die die Abrechnung erst nach 11 Monaten machen und dann wundern, warum der Mieter sich beschwert. Das ist wie wenn du im Supermarkt 11 Monate auf die Kasse wartest und dann schreist, weil der Kassierer dich nicht bedient hat. Nein, du hast dich selbst abgemeldet. Punkt.
Die neue digitale Pflicht ab 2025? Endlich. Wer noch mit Excel abrechnet, sollte sich mal einen Job als Schreibkraft im Archiv suchen. Nicht als Vermieter. Das ist kein Hobby, das ist ein Job mit Konsequenzen.
Und wer glaubt, er kann die Kaution für eine defekte Heizung einbehalten – nein. Das ist wie wenn du beim Autoverleih den Reifen wechseln musst und dann behauptest, der Mieter hat das kaputtgemacht, weil er gefahren ist. Nein. Das ist Verschleiß. Nicht Schaden. Unterschied.
Ich hab neulich einen Vermieter getroffen, der 20 Jahre lang nie eine Abrechnung gemacht hat. Jetzt hat er 80.000 Euro Rückzahlungsschulden. Er hat gesagt: „Ich dachte, das ist nur eine Formsache.“ Ja, und du dachtest, du kannst mit einer Gabel ein Steak essen. Beides ist falsch.
Und nein, du darfst nicht einfach sagen: „Ich behalte alles, bis ich sicher bin.“ Das ist kein Vorsichtsmaßnahme, das ist Diebstahl mit Rechtsgrundlage. Und das wird dir nicht helfen, wenn der Mieter dich verklagt. Glaub mir.
Die Mietkautionsversicherung? Absolute Empfehlung. Ich hab sie für drei Wohnungen. 105 Euro pro Jahr? Für die Ruhe? Ja bitte. Kein Hin und Her. Kein Stress. Kein Stress mit dem BGH. Und der Mieter ist zufrieden. Win-Win.
Und wenn du denkst, du kannst das alles alleine schaffen – du kannst es nicht. Wenn du mehr als fünf Wohnungen hast, hol dir eine Verwaltung. 20 Euro pro Wohnung? Das ist weniger als dein Kaffee am Morgen. Und der Kaffee macht dich nicht rechtssicher. Die Verwaltung schon.
Und vergiss nicht: Klare Kommunikation ist nicht nett. Das ist Pflicht. Und wenn du das nicht machst, dann bist du nicht unfair – du bist einfach nur unprofessionell. Und das ist schlimmer als illegal.
Und ja, ich hab auch schon Mieter erlebt, die die Kaution für eine neue Wandfarbe verlangt haben. Aber das ist ein anderes Thema. Das hier ist über Vermieter, die sich nicht an die Regeln halten. Und die sind die echten Probleme.
Max Olesko
Ich hab neulich einen Vermieter getroffen, der sagte, er würde die Kaution auf ein Konto legen – aber das war sein Konto bei der Volksbank. Ich hab ihn gefragt, ob er weiß, dass das illegal ist. Er hat gelacht und gesagt: „Ach, das ist doch nur eine Kleinigkeit.“
Da hab ich mir gedacht: Vielleicht ist das ja Teil eines größeren Plans. Vielleicht will er die Mieter verunsichern. Vielleicht ist das eine Art Test – ob die Leute sich wehren oder einfach zahlen. Ich hab neulich eine Studie gelesen, dass 73 % der Vermieter in Deutschland die Kaution nicht richtig ablegen – und die meisten davon sind Teil eines Netzwerks, das bewusst die Gesetze ignoriert, um die Mieter zu kontrollieren.
Und dann kommt die digitale Abrechnung 2025. Werden sie das wirklich einführen? Oder ist das nur eine Ablenkung? Vielleicht wollen sie die Daten sammeln. Vielleicht wird das System später für Überwachung genutzt. Ich hab mal einen Blog gelesen, wo jemand sagte, dass die neue Software von einer Firma kommt, die auch für die Polizei Datenbanken baut.
Und die Zinsen? 0,125 Prozent? Das ist nicht Zins. Das ist eine Steuer auf deine Unwissenheit. Die Bank verdient mehr davon als du. Und du bist der Dumme, der das Geld einfach so gibt.
Ich hab neulich einen Mieter kennengelernt, der 12 Jahre lang Kaution gezahlt hat – und nie eine Abrechnung bekommen hat. Als er nachfragte, bekam er einen Brief mit „Ihr Anspruch ist verjährt“. Aber er hat nie einen Brief bekommen. Hat er die Post gelesen? Hat er den Brief gesehen? Oder wurde er einfach ignoriert?
Vielleicht ist das alles Absicht. Vielleicht ist das System so gebaut, dass du als Mieter immer verlierst. Und als Vermieter? Du denkst, du gewinnst. Aber du bist nur ein Werkzeug. Ein Werkzeug, das die Banken und die Regierung benutzen, um die Leute zu kontrollieren.
Ich hab mal eine Nachricht von einem Vermieter bekommen, der sagte: „Ich hab die Kaution auf mein Konto gelegt, weil ich sie brauche.“ Ich hab geantwortet: „Dann bist du kein Vermieter. Du bist ein Betrüger.“
Und jetzt fragst du dich: Warum schreibe ich das? Weil jemand es sagen muss. Weil niemand sonst es tut.
Und wenn du das liest und denkst: „Das ist doch verrückt.“ Dann bist du schon Teil des Systems. Und das ist das Schlimmste.
Alexander Maurer
Manchmal denke ich, dass das ganze Mietrecht nur ein Spiegel ist – für unsere Angst vor Verantwortung. Wir wollen Vermieter sein, aber nicht die Konsequenzen tragen. Wir wollen Geld verdienen, aber nicht arbeiten. Wir wollen Kontrolle, aber keine Rechtskenntnisse.
Die Kaution ist kein Geld. Sie ist eine Metapher. Sie symbolisiert, dass du dem anderen vertraust – aber nicht wirklich. Du gibst ihm den Schlüssel, aber du behältst die Sicherung. Du sagst: „Du bist mein Mieter.“ Aber du denkst: „Ich hoffe, du machst nichts kaputt.“
Und die Abrechnung? Die ist kein Dokument. Die ist ein Ritual. Ein Ritus der Kontrolle. Du rechnest nicht nur die Kosten um – du rechnest die Macht um. Du zeigst, wer hier der Herr ist. Und das ist das Problem.
Die Gesetze sind nicht kompliziert. Sie sind einfach. Aber wir machen sie kompliziert, weil wir uns nicht trauen, ehrlich zu sein. Weil wir Angst haben, dass der Mieter uns fürchten könnte. Und deshalb verstecken wir uns hinter Formularen, hinter Zahlen, hinter juristischem Jargon.
Ich hab mal einen Vermieter getroffen, der sagte: „Ich hab keine Zeit für Abrechnungen.“ Ich hab gefragt: „Und wie viel Zeit hast du für Streit?“
Er hat nicht geantwortet.
Vielleicht ist das die wahre Frage. Nicht: Was ist erlaubt? Sondern: Was ist menschlich?
Wenn du als Vermieter deine Kaution falsch anlegst – dann verlierst du nicht nur Rechtssicherheit. Du verlierst Menschlichkeit. Und das ist teurer als jede Klage.
Die Software? Die ist kein Werkzeug. Die ist eine Befreiung. Sie sagt: „Du musst nicht alles alleine schaffen. Du musst nur ehrlich sein.“
Und das ist das Schwierigste.
Wir wollen Macht. Aber wir wollen keine Verantwortung.
Und das ist der wahre Schaden.
heike mainhardt
Es ist erstaunlich, wie sehr wir uns in rechtlichen Formalitäten verlieren, während die eigentliche Essenz – Menschlichkeit – in den Hintergrund tritt. Die Kaution ist kein Konto, kein Gesetz, kein Zinssatz – sie ist ein Versprechen. Ein stillschweigendes, unsichtbares Abkommen zwischen zwei Menschen, die einander vertrauen wollen, aber nicht können.
Die Abrechnung? Sie ist kein Papierstapel. Sie ist ein Spiegelbild der Beziehung. Wenn sie unklar ist, dann ist die Beziehung es auch. Wenn sie pünktlich kommt, dann sagt sie: „Ich sehe dich. Ich respektiere dich.“
Und doch – wir verstecken uns hinter Paragraphen, als wären sie Schutzschilder. Als ob die Gesetze uns vor unserer eigenen Unfähigkeit bewahren könnten.
Ein Vermieter, der die Kaution auf sein privates Konto legt – er hat nicht nur rechtlich versagt. Er hat ein Vertrauen gebrochen, das nie in einem Dokument festgehalten wurde. Es war nur in der Luft. In der Art, wie er den Schlüssel übergab. In dem Blick, als er sagte: „Ich vertraue Ihnen.“
Die Software, die 8 Stunden Arbeit auf 3 reduziert – sie ist kein Sieg der Technik. Sie ist ein Sieg der Zeit. Zeit, die man statt für Formulare mit dem Mieter verbringen könnte. Für ein Gespräch. Für eine Tasse Kaffee. Für eine Entschuldigung, wenn etwas schiefging.
Die digitale Abrechnung 2025? Sie wird nicht die Probleme lösen. Aber sie könnte die Tür öffnen – zu mehr Transparenz. Zu mehr Respekt. Zu weniger Angst.
Ich frage mich manchmal: Was wäre, wenn wir die Kaution nicht als Sicherheit, sondern als Geste betrachten würden? Als Zeichen: „Ich will, dass das funktioniert.“
Vielleicht wäre dann alles anders.
Vielleicht wäre es sogar schön.
thord grime
hey just wanted to say this is super helpful i live in germany but im not a native speaker and i was totally lost with all the legal stuff. i just rented my first flat and i was scared to mess up the deposit thing. now i feel way more confident. thanks for writing this so clear!
also i think the digital aberechnung thing is good, i mean i use my phone for everything now so why not for rent stuff? i hope it works good and dont need 1000 clicks to get one page.
ps: sorry for typos im still learning german 😅
Elsy Hahn
Die meisten Vermieter machen das falsch – nicht weil sie böse sind, sondern weil sie nie gelernt haben, wie man es richtig macht. Und dann kommen die Mieter mit ihren 180 Euro Guthaben aus den letzten drei Jahren – und der Vermieter denkt: „Ach, die zahlen doch eh nie was.“
Und dann wird die Kaution nicht zurückgezahlt. Und der Mieter fühlt sich betrogen. Und der Vermieter fühlt sich ausgebeutet. Und niemand gewinnt.
Ich hab mal einen Vermieter getroffen, der hat jeden Monat 20 Euro extra für die Abrechnung auf ein separates Konto gelegt. Nicht weil er musste. Sondern weil er wollte. Er sagte: „Ich will, dass der Mieter sich wohlfühlt. Und wenn er sich wohlfühlt, bleibt er länger.“
Und guess what? Er hatte nie einen Streit. Nie eine Klage. Nie eine Beschwerde.
Das ist kein Zufall. Das ist Strategie.
Und ja – die 20 Euro pro Wohnung für die Verwaltung? Das ist keine Ausgabe. Das ist eine Investition in Frieden. Und Frieden ist teurer als alles andere.
Also: Ehrlich sein. Pünktlich sein. Klar sein.
Und dann wirst du merken: Die Gesetze sind nicht dein Feind. Sie sind dein Freund.
Und die Mieter? Die sind deine Partner. Nicht deine Feinde.
Und das – das ist der einzige Weg, der wirklich funktioniert.
Gisela Sánchez Domínguez
Ich hab vor Jahren mal eine Wohnung an einen älteren Herrn vermietet. Er war ruhig, pünktlich, hat nie Probleme gemacht. Als er auszog, hatte er drei Jahre lang jedes Mal 150 Euro Guthaben. Ich wollte die Kaution sofort zurückzahlen – aber ich hatte noch keine Abrechnung.
Also hab ich ihm geschrieben: „Ich behalte 200 Euro für die Abrechnung. Den Rest überweise ich heute.“
Er hat mir drei Tage später einen Brief geschrieben. Mit handschriftlichen Worten: „Danke, dass Sie mich als Mensch behandeln.“
Ich hab den Brief bis heute aufgehoben.
Denn das ist es, was zählt. Nicht die Zinsen. Nicht die Formulare. Nicht die Software.
Das Gefühl, gesehen zu werden.
Wenn du als Vermieter das vergisst – dann hast du schon verloren.
Die Gesetze sind nur der Rahmen. Der Inhalt ist Menschlichkeit.
Und die kann man nicht in Excel berechnen.
Stephan Reiter
Kaution aufs private konto? Geht doch. Wer soll das kontrollieren. Abrechnung machen? Nee das ist zu viel aufwand. Mieter klagt? Dann halt. Ist ja egal. Ich hab ja eh kein geld. Wer braucht schon rechtsicherheit. Ist doch nur ein ding. Kaution ist kaution. Egal wo sie liegt. Und wenn der mieter meckert? Einfach ignorieren. Wer will schon arbeiten. Einfach geld nehmen und fertig. Fertig. Fertig.
Erika Marques
Ich hab neulich einen Brief von einer Vermieterin bekommen, der sagte: „Wir haben die Kaution auf ein Konto gelegt – aber ich weiß nicht, ob das richtig ist.“
Ich hab geantwortet: „Dann fragen Sie doch mal jemanden.“
Und sie hat nicht geantwortet.
Ich hab mir gedacht: Vielleicht hat sie Angst. Vielleicht hat sie Angst, dass sie was falsch macht. Vielleicht hat sie Angst, dass sie nicht gut genug ist.
Ich hab das verstanden.
Ich hab auch mal Angst gehabt. Als ich zum ersten Mal eine Wohnung vermietet hab. Ich hab alles falsch gemacht. Ich hab die Kaution auf mein Konto gelegt. Ich hab die Abrechnung vergessen. Ich hab mich geschämt.
Und dann hab ich gelernt. Langsam. Schritt für Schritt.
Und jetzt? Ich hab drei Wohnungen. Und ich hab nie wieder Angst.
Wenn du Angst hast – dann ist das okay. Aber tu was dagegen.
Frage. Lies. Frag nochmal.
Du bist nicht allein.
Und du bist nicht schlecht.
Du bist nur am Anfang.